Ist das normal?

Als ich heute morgen so gegen 10 Uhr aus dem Fenster schaute, sah ich am Himmel die auf dem Foto links zu erkennende Wolkenformation. 

Solch eine Himmelsansicht ist nicht selten. Gerade bei Tiefdruck-Wetterlagen erstrecken sich ganze Wolkenteppiche über den regionalen Himmel. Ursache dafür sind die zahlreichen Kohlekraftwerke der Region. Ich wohne in Pulheim, die Kraftwerke Oberaußen, Niederaußen und Frimmersdorf sind nicht weit. Steht der Wind in unsere Richtung, gibt es Niederschläge. Im Winter als sogenannten Kraftwerksschnee, in den anderen Jahreszeiten als Nieselregen.

In jungen Jahren war ich Segelflieger. Damals benutzten wir den Dampf der Kühltürme als Aufstiegshilfe. Vom Flugplatz Frechen ließen wir uns von einem Motorflugzeug mitten in den emporsteigenden Dampf schleppen und aufwärts ging es wie im Fahrstuhl, der Streckenflug konnte bei ausreichend gewonnener Höhe beginnen.

Diese außerordentliche Hilfe bezahlten wir aber damit, dass die Luft, die wir einatmen mussten, sehr "würzig" war.

Bei schönem Wetter sieht das so aus. Den normalerweise dann senkrecht aufsteigenden Dampf kann ein starker Wind in unsere Richtung blasen.

Wie der Presse zu entnehmen ist, plant der Kraftwerksbetreiber eine weiteres Kohlekraftwerk dort.

 

Gestern habe ich bei der Umweltbeauftragten der Stadt Pulheim angerufen und sie nach Art und Inhalt der riesigen Wolken gefragt. Ihre Auskunft - es handele sich vornehmlich um Wasserdampf, die gemessenen Schadstoffmengen lägen im tolleranten Bereich. Wenn ich an einer stark befahrenen Bundesstraße wohnen würde, hätte ich eine stärkere Belastung. 

Die Schadstoff-Messstation in Pulheim sei sogar aufgelöst worden, weil ihr Betrieb sich nicht lohne, die gemessenen Schadstoffmengen seien zu niedrig! 

Dann frage ich mich nur, wie will man dann feststelen, dass die Belastungsgrenze einmal zu hoch sind.

Ich wurde an die Umweltbehörden des Kreises und des Landes NRW verwiesen.

Heute, am 7. Januar 2014, geht durch die Nachrichten, dass der Anteil der durch Braunkohle gewonnenen Energie so groß ist, wie seit 25 Jahren nicht mehr. Damals hingen die Braunkohledreckschleudern der Neuen Bundesländer noch am Netz.

So sieht also unsere Energiewende aus, es ist billiger CO2 - Emissionscertifikate zu kaufen, als auf alternative Energie zu setzen! Ich habs gewusst! Der Blick zum Himmel hat genügt!

Bild  1 - 4 aufgenommen am 31.10.13, mittags, bei einer Hochdruck-Wetterlage

Bild  5 und 6 aufgenommen am 8.11.13, mittags, bei einer Tiefdruckwetterlage

Bild  7 und 8 aufgenommen am 12.11.13, mittags, bei einer Tiefdruckwetterlage

Bild  9 aufgenommen am 6.12.13 gegen 11.00 Uhr, bei einer Tiefdruckwetterlage - erster Schnee des Jahres

Bild 10 Aufgenommen in Pulheim am 19.12.13 um 15.52 Uhr