Die Schatten einer unsäglichen Vergangenheit

Gerade hat unser Bundespräsident Joachim Gauk einen dreitägigen Staatsbesuch in Griechenland absolviert. Keine leichte Aufgabe angesichts der jüngsten Spannungen zwischen der Bundesrepublik und Griechenland!

Noch schwerer für den Präsidenten wird aber die Konfrontation mit den Gräueltaten der Wehrmacht während des 2. Weltkrieges in Nordwesten Griechenlands gewesen sein. Hier die richtigen Worte zu finden angesichts der unglaublichen Taten deutscher Soldaten, war gewiss sehr schwer.

Erst durch Zeitungsberichte wurde ich darauf aufmerksam, was da Furchtbares geschehen war. Zwei Ortsnamen kamen in der Berichterstattung vor Lyngiades und Joannina.

Mit Joannina verbinde ich persönlich wunderbare Erinnerungen. Während unserer Abitur-Abschlussfahrt 1964 nach Griechenland machten wir in diesem Städtchen Station. Ich kann mich noch ganz genau an den sonnigen Frühlingstag erinnern, an dem ich dort in einem Cafe`saß und den herrlichen Blick auf See und Berge genoss.

Was ich, wie alle meine Klassenkameraden, nicht wusste, ist die furchtbare Geschichte dieses Ortes und eines Nachbardorfes, in dem 83 Menschen auf die grausamste Weise von deutschen Soldaten umgebracht worden sind. 

In Joannina selbst gab es eine große jüdische Gemeinde. Ihre Mitglieder wurden in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert.

Von all dem wussten wir absolut nichts! Auf eine etwaige Begegnung mit Betroffenen waren wir in keiner Weise vorbereitet worden!

Unsere Lehrer, die meisten noch Kriegsteilnehmer, hatten uns nichts gesagt. Ansonsten war die Reise jedoch von Lehrern wie von Schülern optimal vorbereitet worden.

 

 

Das obenstehende Photo habe ich damals in dem angesprochenen Cafe`gemacht.