Nach der Europawahl

 

Jetzt ist das Gejammer der etablierten Parteien über den Rechtsruck bei der Europawahl groß. Man spürt eine gewisse Ratlosigkeit, wenn nicht einmal mehr europa- und fremdenfeindliche Sprüche zünden; siehe CSU!

Dabei wäre es ganz einfach, gesunde Wählerstimmen zu ergattern!

Das Stichwort heißt da Gerechtigkeit. Wenn die Regierungen wirklich einmal etwas für die Bildung, Steuergerechtigkeit und gegen Arbeitslosigkeit täten, anstatt pausenlos nur Absichtserklärungen in den Raum zu stellen, die dann doch nicht eingehalten werden, sähe es anders aus. So beklagt man lediglich, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht. Beim Klagen bleibt es aber.

Bislang wurden nur die Gutverdienenden bedient. Mit dem, was Herr Hoeneß an Steuern hinterzogen hat, hätten z. B. eine Erzieherin oder ein Lehrer eine ganze Weile lang besoldet werden können. Und Hoeneß ist kein Einzelfall! Er wird von seinem Ministerpräsidenten Seehofer sogar noch mit dem Ehrentitel eines „Guten Baiern“ bedacht.

Warum erlaubt man es, Konzernen, hierzulande so gut wie keine Steuern zu zahlen und gegebenenfalls anfallende Verluste steuerlich bei deutschen Finanzämtern noch abzusetzen?

Etwas für Bildung zu tun, heißt beileibe nicht, jedem vorzugaukeln, dass Abitur und somit Zugang zur Hochschule ein Leichtes sind! Keiner macht den jungen Menschen und den Eltern heutzutage klar, dass man sich auch anstrengen muss, um etwas zu erreichen. Daran ist die Hauptschule kaputtgegangen.

Im Übrigen brauchten wir gar nicht so viele Abiturienten, wenn auch auf den anderen Schulformen gelernt würde.

Man könnte Gruppen- und Klassenstärken reduzieren, wenn genug Erzieher und Lehrer einstellen würden. Bei gutem Nachdenken fiele den Politikern auch ein, woher das benötigte Geld genommen werden könnte.

Ob jemand für den Lehrerberuf geeignet ist, sollte im Vorfeld des Studiums abklärt werden. So könnte man Schülern und den betroffenen Lehrern manch Ungemach ersparen.

Eine angemessene Besoldung würde auch qualifizierte Bewerber für solche Berufe anlocken, die etwas mit Erziehung zu tun haben. Statt dessen wird mit der Inklusion etwas in die Welt gesetzt, das gut klingt, über dessen Finanzierbarkeit man sich wenig Gedanken gemacht hat.

Wann kehrt in der Schulpolitik endlich einmal Ruhe ein, damit das gerade Angesagte auch etwas werden kann?

Auszubildenden und Studienbewerbern, die etwas gelernt haben, könnte man mehr abverlangen. Bekanntlich suchen Unternehmen ja qualifiziertes Personal. Die Schulen sollten, unterstützt von der Gesellschaft, wieder Werte vermitteln wie Einsatzwillen, Höflichkeit, Pünktlichkeit usw.!

Auf dem wirtschaftspolitischen Feld ist die Einflussnahme der Lobbyisten stark einzuschränken. Es geht nicht an, dass Gesetzesentwürfe, wie es wohl vor einiger Zeit im Gesundheitswesen der Fall war, von Wirtschaftsverbänden vorformuliert werden.

Da spielt aber mit hinein, dass viele Politiker im Umgang mit der Wirtschaft ihren eigenen Vorteil suchen. Siehe Philipp Mißfelder oder Gerhard Schröder, der ja nicht von Ungefähr nach seiner Abwahl gleich ins Gasgeschäft eingestiegen ist.

 

Einigen, gar nicht zu wenigen Politikern, sollte man immer wieder vor Augen führen, dass sie auf Zeit gewählte Volksvertreter sind.