Erhaltet die Schönheit des Moseltals!

Ksta vom 10.7.2014
Ksta vom 10.7.2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Holländer mögen die Mosel, klar! Aber müssen sie hier gleich ein ganzes Feriendorf errichten?

 

Gestern berichtete der Kölner Stadtanzeiger in seiner Reportagereihe über dieses Thema. 

Ein holländischer Investor will in der Moselschleife bei Zell, genannt „Der Zeller Hamm“, eine große Ferienhaussiedlung mit 170 Ferienhäusern und maximal 1700 Betten bauen. Hinzu soll es einen Sportboothafen mit ca. 150 Liegeplätzen geben. Aber das ist noch nicht alles, hinzu kommen sollen Lokale, Läden, Zufahrten, eine Bootshalle und Parkplätze.

 

Die Stadtväter der Verbandsgemeinde Zell versprechen sich von diesem Projekt „positive Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte“.

Die Mosel - Schleife bei Leiwen
Die Mosel - Schleife bei Leiwen

Hierzu muss ein „Zielabweichungsverfahren“ eingeleitet werden, denn die Weinberge der Mosel genießen den Schutz eines Raumordnungsplanes des Landes Rheinland-Pfalz, der es vorsieht, dass dieses Landschaftsbild vorrangig erhalten bleiben muss. Diese Änderung des Verfahrens wollen fast alle Politiker der Gemeinde - CDU, SPD und Freie Wähler auf den Weg bringen.

 

Tatsache ist, dass der Weinbau an der Mosel rückläufig ist und viel Winzer den Weinbau aufgeben. Flächen liegen brach. Ihre Weingärten auf dem Hamm würden zu Bauentwicklungsland und erzielten somit eine große Wertsteigerung. Der Grundstücksverkauf an den Investor wäre ein großes Geschäft.

Bernkastel-Kues
Bernkastel-Kues
Berkastel-Kues
Berkastel-Kues

Gegen diese Pläne hat sich eine Bürgerinitiative gegründet - „Erhalt der Kulturlandschaft Zeller Hamm e. V.“. Sie will verhindern, dass dieses einmalige Stück Mosel verunstaltet wird. In dieser Initiative engagieren sich normale Bürger, Naturschützer aber auch Winzer, ihnen allen liegt der Erhalt der Schönheit ihrer Heimat am Herzen. Dazu benötigen sie Mut, wie die Zeitung schreibt. Leute, die ihre Meinung zum Projekt offen aussprechen, so zitiert das Blatt Frank Klaus aus dem Vorstand der Bürgerinitiative, „ haben Angst vor Repressalien der hiesigen Politik und Verwaltung“.

Neben der ziemlich unnötigen Monster-Brücke über die Mosel bei Erden soll es nun einen zweiten unnötigen Schandfleck im Moseltal geben, eben diese große Siedlung.

Der Landschaftsschutz verbietet im Moseltal den Bau von Windrädern, aber, wie es aussieht, nicht den Bau einer 30 Hektar großen Feriensiedlung.

Eine andere Initiative strebt den Unesco - Titel Welterbe Moseltal an. Ob dann, nach dem Bau der Siedlung, noch etwas daraus wird, ist fraglich!

Ulrich Stein, Winzer und Mitglied der Bürgerinitiative, fragt: „ Was ist mit den Menschen, die kein Ferienhaus in der Siedlung kaufen, sondern die unverbaute Mosellandschaft genießen wollen?“ und endet, „ für ein paar Ferienhausbesitzer wird unsere Heimat verunstaltet!“

Ich fühle mich der Mosellandschaft sehr verbunden, denn dort im Zeller Ortsteil Merl erblickte ich vor 70 Jahren das Licht der Welt.

 

 

Blick auf Traben-Trabach von der Grevenburg aus
Blick auf Traben-Trabach von der Grevenburg aus

Die Landschaftsschützer haben eine Online-Petition aufgelegt und bitten, sofern man auch das Projekt noch verhindern möchte, um eine Online-Unterschrift.

 

https://www.openpetition.de/petition/online/keine-zerstoerung-der-kulturlandschaft-mosel-durch-grossferienpark

 

Fakten und Zitate habe ich dem oben erwähnten Artikel des KstA entnommen.

 

Die abgebildeten Photos wurden bei einer Moselreis in diesem Jahr aufgenommen.