Nachricht für Sie

Neulich wollte ich zu einem Thema von, wie ich meinte, kompetenter Seite eine Antwort erhalten. Das ist heute in Zeiten des Internets eigentlich kein Problem, dachte ich.

Eine iMail-Adresse war zur Hand oder von bekannter Seite übermittelt.

Also schrieb ich, und ich meine sehr höflich. Bat um Verständnis, weil ich den oft mit Anfragen Geplagten dennoch um eine Auskunft bat, drückte auf den Pfeil für Los und der Brief verschwand mit einem Zisch in den Weiten des Netzes.

Ich harrte gespannt - Stunden, Tage auf eine Antwort. Es kam nichts! Meine Frage war präzise gestellt, nicht unanständig und von dem Angesprochenen bestimmt ohne viel Aufwand zu beantworten. Nichts!

Ich frage mich, warum? Die Angesprochenen kennen mich bestimmt nicht persönlich, nur ein gemeinsames Interesse verbindet uns. Ich dachte, das würde schon ausreichen, eine Antwort zu bekommen. Weit gefehlt!

Ist es zu mühevoll, ein paar Sätze zu schreiben, auch, wenn man zur Frage nichts sagen kann oder will?

Schreibe ich einen Brief, so hat der Adressat immerhin etwas Persönliches vom Absender in der Hand mit der aufdringlichen Aufforderung zur Antwort.  

Eine Mail ist aber etwas Flüchtiges, mit einem Click zu löschen, schon ist der lästige Bittsteller vergessen! 

Ich überlege, ob ich nicht demnächst jede Mail mit einem Foto von mir versehe, damit der Adressat wenigstens optisch wahrnimmt, mit wem er es zu tun hat. Die Sache wird so etwas persönlicher.