Ortswechsel

Der Volksmund sagt - "Einen alten Baum verpflanzt man nicht!" 

Meine Frau und ich, wir haben uns selbst entwurzelt. Es war ein spontaner Entschluss, während einer Autofahrt gefasst, dass wir unser Eigenheim verkaufen und in eine Mietwohnung in der Nähe der Familie unseres Sohnes ziehen wollen. 

Das viele Treppenlaufen in unserem Haus fiel uns zunehmend schwer und an das unausweichlich kommende Alter denkend, fanden wir auch eine große Wohnung ohne jede Barriere in ansprechender Lage im Bergischen Land. Wir brauchen uns nicht mehr um den Garten und die manchmal auftretenden Reparaturen im und am Haus zu kümmern. Das soll nun für uns der Vermieter tun!

Der Umzug war trotz gebuchtem Unternehmen und tatkräftiger Hilfe von Kindern und Freunden sehr strapaziös. Dazu setzte mich die gerade grassierende Grippe für Tage ausser Gefecht. Aber nun wohnen wir, die Zahl der unausgepackten Kartons nimmt stetig ab.

Wir ertappen uns dabei, dass wir sagen - " Zuhause ist das aber so...!" Ich denke oft, "wenn du wieder daheim bist, machst du das und das!" Wir fühlen uns zur Zeit wie im Urlaub.

Dabei war und ist der Trennungsschmerz vom Haus, der Gegend und den Nachbarn minimal! Wir sind leichtenherzens gegangen. Beim Abschied haben wir aber gemerkt, wie viele Freunde doch zurückbleiben, das eine oder andere Tränchen wurde sogar vergossen, und die Liste der nachreisenden Besucher ist lang.

Hier im Bergischen ist es landschaftlich wunderschön, der Fluss, in dem ich fischen kann, liegt quasi vor der Tür und ganz wichtig, Enkelkind, Schwiegertochter und Sohn sind in fünf Minuten zu erreichen!

Die Bediensteten im aufnehmenden Bürgerbüro waren über die Maßen und ungewohnt freundlich und sehr hilfsbereit.

Also  -  ein Abenteuer im frühen Alter, und wir sind sehr gespannt auf das, was da noch kommt!