Köln

Zur Zeit ist es unheimlich in, auf Köln herumzuhacken. Die Ereignisse in Silvesternacht vor Hauptbahnhof und Dom sind dafür der Grund. 

Natürlich könnte es dort sauberer und sicherer sein! Keine Frage! Aber beschränkt sich so etwas ausschließlich auf Köln?

Nun veröffentlichte der Kölner Stadtanzeiger in einem Gastkommentar zu diesem Thema die Meinung eines vor vielen Jahren ausgewanderten Kölners, der in den USA zum Boss einer großen Firma geworden ist. Ihn schaudert es, wenn er ab und an nach Köln kommt. Dabei verbreitet er Unwahrheiten, wie auch die ehemalige Dombaumeistern Schock Werner in einem Leserbrief anführt. Er benennt z. B. dreckige und gefährliche Örtlichkeiten, die es gar nicht gibt!

Er sieht nur saufende Penner vor dem Dom und überall Dreck. Drakonische Strafen für Straftaten und Vermüllung der Stadt wären ein gangbares Mittel dem abzuhelfen.

In einem Leserbrief im KSTA habe ich dieser Sicht der Dinge widersprochen. Ausser Frau Schock Werner und mir gab es, leider, nur begeisterte Zustimmung für den Deutsch-Amerikaner!

Nebenan bilde ich einmal den Briefe von Frau Schock Werner und meinen Beitrag ab.


Die Kölner Heinzelmännchen


Der Kölner Heinzelmännchen-Brunnen
Der Kölner Heinzelmännchen-Brunnen

Das allseits bekannte Gedicht "Die Heinzelmännchen von Cöln" verfasste der schlesische Dichter Heinrich Kopisch im Jahre 1836. Er transportierte dabei eine alte Sage aus dem Siebengebirge nach Köln.

Zu seinem 100sten Todestag liess der Kölner Verschönerungsverein dieses Denkmal zwischen 1897 und 1900 von E. und H. Renard errichten.

Der Brunnen steht in der Nähe des Domes gegenüber dem Traditionsbrauhaus Früh. 

 

Hier ist das ganze Gedicht zu lesen.


Nach August Kopisch

 

Die Heinzelmännchen von Cöln

 

Wie war zu Cölln es doch vordem

Mit Heinzelmännchen so bequem!

Denn, war man faul, ... man legte sich

Hin auf die Bank und pflegte sich:

                Da kamen bei Nacht,

                Ehe man's gedacht,

        Die Männlein und schwärmten

        Und klappten und lärmten,

                Und rupften

                Und zupften,

        Und hüpften und trabten

        Und putzten und schabten ...

 

Und eh ein Politiker noch erwacht, ...

War alltags politisches Tagwerk schon vollbracht!

 

Die Stadtbeamten streckten sich

Hin auf ihre Sessel und reckten sich.

Indessen kam die Geisterschaar

Und sah was da zu erledigen war.

                Nahm Zettel und Stift

                und das Telefon gar;

                              spekulierten und klüngelten gewitzt,

                              bis alles zum Besten geritzt.     

Klapp, stand das ganze Stadtgeschäft ... schon fertig da!

That die faule Gesellschaft die Augen auf ...

Wapp! Ging das Leben schon seinen besten Llauf!

 

Einst hatt' ein Bürgermeister große Pein:

Das Wohl der Stadt sollte fertig sein;

Warf aber hin das Zeug und legte sich

Hin auf das Ohr und pflegte sich.

                Da schlüpften sie frisch

                auf des Stadtoberhauptes Tisch.                    

 

Doch misstrauisch war die Opposition,

Und macht sich diesen Zeitvertreib:

Streut Wahlen hin die andre Nacht;

Die Heinzelmännchen kommen sacht;

                Eins fähret nun aus,

                Schlägt hin im Haus,

        Die gleiten von Stufen

        Und plumpen in Kufen,

                Die fallen

                Mit Schallen,

        Die lärmen und schreien

        Und vermaledeien!

Sie springt hinunter auf den Schall

Mit Licht: husch husch husch husch! – verschwinden all!

 

O weh! nun sind sie alle fort

Und keines ist mehr hier am Ort!

Man kann nicht mehr wie sonsten ruhn,

Man muß nun alles selber thun!

                Ein jeder muß fein

                Selbst tatkräftig sein.

 

Ach, daß es noch wie damals wär!

Doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her!