Elena Ferrante - Meine geniale Freundin


Auch ich habe mich von dem Medien-Hype um dieses Buch anstecken lassen, habe es gekauft und  

mittlerweile bis zur Hälfte gelesen. Ich frage mich, durchaus noch offen, ob es dieser Aufregung Wert ist.

Elena Ferrannte ist ein Pseudonym, und es gibt in der Welt momentan wohl nichts Spannenderes als dieses Pseudonym zu lüften.

Der italienische Investigativ-Jouralist - offensichtlich ein neues Berufsbild - Claudio Gatti will herausgefunden haben, wer nun diese geheimnisvolle Person ist. Darunter sollen sich die italienische Übersetzerin Anita Raja und ihr Gatte der Schriftsteller Domenico Starnone verbergen.

Vier renommierte Zeitungen, darunter die Sonntagsausgabe der FAZ, haben den Artikel Gattis in ihrer Ausgabe gebracht.

Gatti hat persönliche Unterlagen der Übersetzerin und ihres Mannes durchforscht und will nun vor allem aus den Honorarüberweisung des Verlages an die beiden erkannt haben, dass sie Elena Ferrannte sind. Es ist gewiss nicht ehrenwert und verbietet sich an sich, in den persönlichsten Dingen eines Autors herumzuschnüffeln!

Die Literaturgemeinde ist gespalten in Befürworter der Aufdeckung des Pseudonyms und solche die das ablehnen. Es wird sogar der Verdacht geäußert, dass diese Aufdeckungsgeschichte ein gewaltiger PR-Gag ist. 

 

Warum kann das Buch nicht für sich alleine sprechen? Wird es erst dadurch lesenswert, dass man etwas über den Autor weiß? Auch diese kolossale Aufregung sagt etwas über den Zustand unserer sensationsgeprägten Medienwelt aus.