Angst und Vorurteile gegenüber Fremdem

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Meine Eltern standen Gastarbeitern, so nannte man ausländische Arbeitskräfte damals, distanziert und skeptisch gegenüber, um es freundlich auszudrücken.

Eines Tages überraschten sie mich damit, dass sie ein Fernsehgerät bei einem Griechen, der einen kleinen Laden betrieb, gekauft hatten. Ein Bekannter hatte ihn empfohlen. Dieser tüchtige Grieche konnte auch Fernsehgeräte reparieren, ein nützlicher Umstand, zumal er auch nicht zu teuer war.

Mit welcher Freude und mit welcher Hochachtung erzählten sie von diesem Mann und seiner Familie, der es sogar geschafft hatte, einen Altbau zu erwerben, den er eigenhändig modernisierte. Mir wurden die lieben und netten Kinder vorgestellt, die es bis zum Gymnasium gebracht hatten. Eine Vorzeigefamilie! 

Auch damals schon, vor etwa 30 Jahren, traten viele Deutsche den hier lebenden und arbeitenden Ausländern skeptisch, bisweilen feindlich gegenüber.

Aber zeigt das Beispiel meiner Eltern nicht, dass Vorurteile vergehen, wenn man sich  kennenlernt und den Mitmenschen erlebt?

Warum geht das heute nicht mehr?