Die Stunde der Kaffeesatz-Leser

 

Wieder einmal hat die Stunde der Kaffeesatzleser geschlagen. Überall hört man Experten, die voraussagen können, was nach dem Sieg Trumps auf uns zukommt. 

Dabei macht sich ein Wunschdenken breit, in der Hoffnung, dass alles nicht so schlimm kommen wird wie befürchtet.

Aber ist der neue Präsident ein neuer Mensch geworden, der alles in den Wind schlägt, was er vorher gesagt hat? Wie unglaubwürdig würde er sich dann machen, wenn er plötzlich das sanfte Schaf sein würde! 

Da ist allzuviel Wunschdenken im Spiel. 

Besorgniserregend ist, dass diese Art des Wahlkampfes und des Umgangs mit dem politisch Andersdenkenden mit Sicherheit Schule machen wird, zumal damit Erfolg verbunden ist. Der Weg zur brachialen Gewalt ist dann nicht weit!

Wenn man die Liste möglicher Trump-Berater und Minister betrachtet, muss einem Angst und Bange werden. Das sind Leute, die zum großen Teil ihre ultrarechten Anschauungen schon in die Tat umgesetzt haben. Da ist kein Trost, wenn man bei ihnen wenigstens weiß, woran man ist!

Machen wir uns auf das Schlimmste gefasst! Und keiner soll mir sagen, ich sähe zu schwarz!

 

Abschließend möchte ich noch Josef Joffes höchst bemerkenswerten Artikel auf der ersten Seite der aktuellen ZEIT erwähnen.

Joffe, Herausgeber der Wochenzeitung DIE ZEIT, analysiert den US-Wahlausgang messerscharf und und sieht schlimme Zeiten auf Amerika und auf die ganze Welt zukommen. Er findet die richtigen Worte für die Person Trump. Er nennt ihn einen "Möchtegern-Mussolini" und einen "Horrorclown". Er bringt aber die Hoffnung zum Ausdruck, dass die amerikanische Verfassung auch diese Krise überstehen wird. Er schließ seinen Artikel mit den Worten "God bless America". Dem kann man sich nur anschließen! 

Ich hoffe für uns alle, verehrter Herr Joffe, dass wir in Europa und speziell in Deutschland noch lange so ein freies Wort führen können! Das Aufkommen rechtsradikaler Kräfte lassen mich zweifeln.

 

Photo Spiegel Online