Abschied - Nehmen

 

Ein schmales Bändchen steht schon seit Jahrzehnte in meinem Bücherschrank. Nie habe ich es übers Herz gebracht, dies Büchlein beim Aufräumen wegzuwerfen - "Fidel Castro, Ernesto "Che" Guevara Botschaft an die Völker der Welt".

Ende der 60ger, Anfang der 70ger Jahre des letzten Jahrhunderts bedeutete diese Botschaft der beiden Revolutionäre für uns junge Menschen viel. Wandten sie sich doch gegen die Ungerechtigkeit und Unterdrückung weiter Teile der Menschheit. Sie waren Helden. 

Mit einem kleinen Haufen von Revolutionären hatten sie auf Cuba den verhassten und korrupten Diktator Batista zum Teufel gejagt. Ganz Südamerika sollte von diesen Tyrannen, die von den USA hofiert wurden, befreit werden! Eine Utopie, wie wir heute wissen. 

Einstmals revolutionäre Bewegungen sind ins Kriminelle abgeglitten. Früher  dem Volk verpflichtete Regierende können nicht von der Macht lassen, werden ihrerseits zu Diktatoren.

Es ist ein Rätsel der Menschheitsgeschichte, dass auch Revolutionäre, die sich einmal dem Volk verschrieben haben, zu Alleinherrschern werden. 

Sicher war das auch bei Castro so, er ließ politische Gegner verfolgen und allein seine Kommunistische Partei hat bisher das Sagen.

Dennoch ist um die Namen Fidel Castro und Che Guevara für mich und viele andere heutzutage immer noch eine Art Zauber, verbunden mit einem Hauch von Freiheit und der Suche nach Gerechtigkeit! 

Es hat mich traurig gestimmt, als heute die Nachrichten vermeldeten, dass Fidel Castro gestern verstoben ist.

 


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