Freunde

 

 Vor einiger Zeit waren meine Frau und ich zu einer Geburtstagsparty eingeladen. An unserem Tisch saß ein anderes Ehepaar. Wir unterhielten uns über Belangloses, bis mein Gegenüber die Frage stellte:" Sagen Sie, kenn Sie die Gastgeber eigentlich?" "Ja natürlich! Gut sogar!" "Merkwürdig", sagte mein Gesprächspart, "wir wissen gar nicht, warum gerade wir eingeladen sind!"

Offensichtlich ist es schick, vorzugeben, viele "Freunde" zu haben. Ist Freundschaft etwas so Belangloses?

Wer aber ist nun ein wirklicher Freund? Was steckt hinter dem Begriff Freundschaft? Ich fürchte, jeder versteht darunter etwas Anderes!

Freund, das ist ein heutzutage inflationär gebrauchtes Wort. Durch einen Mausklick wird man in den sozialen Netzwerken zu einem solchen gemacht, ohne dass man die Person kennt, die hinter einem Beitrag steht.

 

Für mich ist jemand ein Freund, der mir nicht nur sympathisch ist, mit dem ich ein offenes Wort wechseln kann, der meine Interessen teilt, nein, es muss jemand sein, der auch dann da ist, wenn es mir schlecht geht, ohne dass ich ihn groß rufen muss. Zugegeben, solche Menschen sind sehr selten!

Viele, von denen ich dachte, es seien Freunde, sind mir abhanden gekommen. Etliche aber, und das macht mich nachdenklich, gingen verloren, als sie "etwas geworden" waren. Schaut man auf den "Zurückgebliebenen" herab? Dann stimmte doch in der Freundschaft-Zuvor etwas nicht!

Manchmal, und das empfinde ich als besonders schlimm, war es mit der Freundschaft vorbei, als bestimmte Vergünstigungen und Vorteile, die ich bieten konnte, wegfielen. 

 

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