Konrad Adenauer - zum 50.Todestag

Wenn man heutzutage Bundesbürger fragt, wer Konrad Adenauer war, erntet man ein Schulterzucken oder vage Vermutungen wie etwa "Der Urgroßvater von Angela Merkel?". Besonders die jüngere Generation ist bar jeglicher Ahnung von der Geschichte der jungen Bundesrepublik.

Für mich, der ich schon der älteren Generation angehöre, verbindet der Name mit wesentlichen Ereignissen der Nachkriegszeit - der lasche Umgang mit ehemaligen Nazis, die Wiederbewaffnung, hatte er doch einst gesagt, dass nie wieder ein Deutscher ein Gewehr in die Hand nehmen solle, die Verteufelung Andersdenkender, besonders linker Intellektueller, die für viele von uns zu enge Bindung an Amerika usw. 

Aus heutiger Sicht erscheint zumindest die enge Bindung an den Westen positiv, gerade, wenn man an die deutsch-französische Freundschaft denkt. Nicht hoch genug kann man die enge Verbindung mit dem ehemaligen Erzfeind einschätzen.

Mich persönlich verbindet etwas Besonderes mit Adenauer. Sein Begräbnis hat mein Budget aufgefüllt. Als Student war ich Kabelhilfe, so nannte man das, beim WDR. So war ich einem technischen Trupp zugeordnet, der auf einem hohen Silo in Wesseling Tage vor der ganzen Beisetzungszeremonie eine Relaisstation aufzubauen hatte, Adenauers sterbliche Reste wurden nach dem Staatsakt im Kölner Dom den Rhein hinunter nach Rhöndorf gebracht, wo Adenauer begraben werden sollte. Die Fahrt wurde vom Fernsehen übertragen, wofür wiederum die Relaisstation notwendig war. Diese Arbeit war recht schwierig, der Kletterei wegen, und ziemlich schmutzig, brachte aber Geld. 

Dann war ich später ans ZDF ausgeliehen. Ü-Wagen und Kameras standen an der Rheinfähre bei Rhöndorf. Mit der Fähre wurde der Geleitzug mit dem Sarg vom Wohnort des Altkanzlers auf die andere Rheinseite gebracht, von wo dann die Fahrt nach Köln zum Festgottesdienst im Dom ging.