Es wird eine Sündflut kommen

Die Reichen werden reicher und sie werden mehr.

Schrieb die ZEIT im September 2016

Wenn es denn einen Gott gibt, ist die nächste Sündflut gewiss! Denn so kann es auf dieser Erde nicht weitergehen!

Moral und sittliche Werte sind auf unserem Planeten kaum noch anzutreffen. Der Blick auf die erste Seite meiner Tageszeitung von heute sagt alles. Ein namenloser Bieter hat für ein Bild von Leonardo DaVinci, von dem man noch nicht einmal weiß, ob es überhaupt echt ist, 450 Millionen Dollar bezahlt. Daneben steht, dass Siemens weltweit 6900 Stellen streichen wird, die Hälfte davon in Deutschland. Dies, obwohl es dem Gesamtkonzern bestens geht. So verfährt man, wenn man solche Bilderkäufe tätigen will. Ziel ist immer die Maximierung des Gewinns für Aktionäre und Vorstände auf Kosten der Arbeitnehmer. Fehler des Managements werden mit dem sogenannten Goldenen Handschlag vergütet. Arbeiter werden entlassen.

Manchmal fragt man sich auch, ob Betriebsräte wirklich noch die Werktätigen vertreten, wenn z. B. der VW-Betriebsratsvorsitzende Osterloh bestätigt, dass er ein jährliche Gehalt von 750.000€ bezieht. So einer ist doch längst korrumpiert und spielt mit im Wettbewerb um noch mehr Geld.

Der Sportdirektor des 1.FC Köln wurde gefeuert, hatte er doch durch falsche Spielereinkäufe des momentane Debakel des Clubs wesentlich mitverschuldet. Als "Lohn" für die vorzeitige Auflösung seines Vertrages bekam er drei Millionen Euro. Die Abfassung eines solchen Vertrages im Vorfeld halte ich schon für sittenwidrig.

Ein seelisch verkorkster Apotheker rächt sich für ein Außenseiterdasein in der Jugend damit, dass er Krebsmedikamente streckt und zahllose Menschen so frühzeitig in den Tod schickt, um ein luxuriöses Leben führen zu können.

Das sind zwei Beispiele und im Vergleich zu dem, was  ganz oben vorgeht, kleine Fische. Durch meist unlautere, kriminelle, aber wenigstens moralisch bedenkliche Handlungen werden weltweit immense Vermögen erworben. Jeder, der Augen und Ohren offen hält, kennt Beispiele. Selbst wenn bedenkliche Geschäfte publik werden, "kratzt" das deren Verursacher recht wenig. Eine Schar findiger, gerissener Anwälte findet Törchen, um einer Strafe zu entgehen. Und die Nachrichtenflut über Ereignissen in der Welt ist so groß, dass sehr bald Gras über alles gewachsen ist.

Bedenkenlos werden von denen, die schon mehr als genug haben, Schlupflöcher in der Steuergesetzgebung genutzt, um einer gerechten Besteuerung zu entgehen. Statt dessen bedient sich der Staat bei denen, die gar nicht anders können, als ihre Abgaben ehrlich zu begleichen, eben beim sprichwörtlichen Kleinen Mann. Es ist schamlos, von diesen Steuerdieben, hierzulande alle Vorteile einer sozialen Gesellschaft zu nutzen, ohne in angemessener Weise an deren Finanzierung beizutragen.

Es ist kein Wunder, wenn einfache Menschen intuitiv spüren, dass sie verschaukelt werden, und ihre Ärger auf die richten, die sie regieren. Ihnen, und eigentlich uns allen, ist der Blick auf die versperrt, auf die eigentlichen Schuldigen, die Superreichen, die Industrieverbände und die Banken, die immensen Einfluss auf politische Entscheidungen und die Gesetzgebung haben. 

Es ist Sünde, wenn im Sport und im Geschäftsleben horrende Beträge fließen, die dann manchmal nicht einmal richtig versteuert werden und anderswo Menschen verhungern! Gewisse Parteien führen das C für christlich in ihrem Namen, weigern sich aber, denen zu helfen, die vor Not und Krieg nach Europa fliehen müssen. Es ist an der Zeit, dass wir im saturierten Westen unsere Schuld eingestehen und begleichen, die wir begangen haben, als wir Afrika, Südamerika und Asien ausplünderten, die Menschen als Sklaven behandelten, sie dumm hielten, ausnutzten und meist korrupten Staatenlenker auslieferten. Kriegerische Auseinandersetzungen in der Welt schürt auch die Bundesrepublik, wenn sie des Profits wegen Waffen in Gegenden der Welt schickt, in denen Konflikte herrschen, z.B. nach Saudi Arabien, nach Ägypten, in die Türkei und anderswohin. Gott sei Dank sind findige Journalisten denen, die auch durch Bestechung an diesem finsteren Handwerk Millionen verdienen, auf der Spur!

So etwas wie ein Gewissen und moralische Vorstellungen gibt es nicht mehr. Wen wundert es dann, dass unsere Gesellschaft verroht und jeder sich selbst der Nächste ist.