Ungleiche Maßstäbe


Durch Zufall habe ich gestern einen Beitrag des Westdeutschen Fernsehens mitbekommen.

Ein Hartz 4-Empfänger, der zur Aufbesserung seines Lebensunterhaltes gelegentlich am Straßenrand sitzt und bettelt, wurde wohl von seiner zuständigen Sachbearbeiterin im Arbeitsamt bei dieser Tätigkeit erwischt. Sie wertete die Bettelei als Nebenerwerb, der auf die Hartz 4-Bezüge angerechnet werden müsse. Wenn nun die Abzüge auf ein geringes Maß beschränkt bleiben sollen, muss der betreffende Mensch über sein "Nebeneinkommen" Buch führen, damit er nicht zu viel "verdient". Der Bettler hatte nämlich angegeben, dass er am Tag wohl 10€ zusammenbekäme, das, so rechnete die Behördenfrau aus, müsse auf seine Stütze angerechnet werden.

Anderer Tatschauplatz - da schaut der Staat tatenlos über viele Jahre zu, wie große Konzerne durch findige Tricks eine gewaltige Summe an Steuern sparen, dem Bedürftigen gönnt man aber den kleinsten Vorteil nicht! Das ist ein großer Skandal, der um so schlimmer ist, weil sich Amtsträger als "Erfüllungsgehilfen" finden, solche vermeintlichen Tatbestände zu verfolgen!